Verlässlicher Rahmen – Pädagogische Freiheit in Verantwortung
Die Montessori-Schule Marburg ist eine staatlich anerkannte Grundschule in freier Trägerschaft der blista e.V.
Sie arbeitet auf der Grundlage der geltenden schulrechtlichen Bestimmungen und orientiert sich verbindlich an den Bildungsstandards und Kerncurricula des Landes Hessen. Alle Kinder erwerben die fachlichen Kompetenzen, die für ihren weiteren Bildungsweg notwendig sind. Der Weg dorthin ist Montessori-pädagogisch gestaltet, transparent und anschlussfähig.
Die Montessori-Schule Marburg ist als 6-jährige Grundschule organisiert. Diese Struktur orientiert sich an der zweiten Entwicklungsphase der Kinder zwischen 6 bis 12 Jahren und ermöglicht es, Lernprozesse über einen längeren Zeitraum zu begleiten und an individuelle Entwicklungsverläufe anzupassen.
„Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen, sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen.“
(M. Montessori: Kinder sind anders, 2017)
Gerade in den ersten Schuljahren stehen Konzentration, Selbstständigkeit, Lernfreude und Verantwortungsübernahme im Vordergrund – als tragfähige Grundlage für alle weiteren Lernprozesse.
Jahrgangsübergreifende Lerngruppen – Lernen als gemeinsame Reise
Kinder lernen an unserer Montessori-Schule Marburg in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen, die jeweils den Namen eines Gebirges tragen. Jedes Gebirge steht symbolisch für eine Lernlandschaft mit unterschiedlichen Wegen, Höhen und Aussichtspunkten.
Auf dieser „kosmischen“ Reise gehen die Kinder gemeinsam ihren Weg: Sie orientierten sich aneinander, lernen voneinander und entdecken, das unterschiedliche Entwicklungsstände nicht trennen, sondern Gemeinschaft ermöglichen.
„Die Altersmischung fördert das soziale Lernen und lässt das Kind seine Kräfte im Dienst der Gemeinschaft entwickeln.“
(M. Montessori: Das kreative Kind, 2015)
Lernen sichtbar begleiten
An der Montessori-Schule Marburg gibt es keine Hausaufgaben. Lernen findet im Schulalltag statt – mit Zeit für Übung, Vertiefung und Begleitung.
Die Leistungsentwicklung der Kinder wird beobachtend, dokumentierend und dialogisch begleitet. Grundlage sind fachliche Lernfortschritte ebenso wie Arbeitshaltungen, Konzentration und Selbstständigkeit.
„Prüfungen und Noten geben kein zuverlässiges Bild von der wirklichen Entwicklung des Kindes.“
(M. Montessori: Kinder sind anders, 2017)
Rückmeldungen erfolgen durch Gespräche, Lernberichte und die kontinuierliche Beobachtung des Lernprozesses. Leistungsüberprüfungen finden dort statt, wo sie fachlich erforderlich und entwicklungsanmessen sind. In den höheren Jahrgangsstufen werden Kinder schrittweise an formalisierte Leistungsformate herangeführt, um Übergange in weiterführende Schulen sicher und gut zu gestalten.
Darbietungen – Impulse, die Lernen öffnen
Darbietungen sind kurze, klare und achtsam vorbereitete Lernimpulse. Die Lernbegleitung zeigt einen Zusammenhang, ein Material oder eine Fragestellung – ruhe, präzise, wertschätzend und zieht sich anschließend zurück. So kann das Kind aus eigener Initiative tätig werden.
Darbietungen sind keine klassischen Unterrichtsstunden, sondern Startpunkte für selbstständiges Lernen.
„Die Aufgabe der Lehrkraft ist es, die Umgebung vorzubereiten und sich dann zurückzuziehen.“
(M. Montessori: Kinder sind anders, 2017)
Montessori-Materialien – Schlüssel zur Welt
Die speziell entwickelten Montessori-Materialien sind ein zentrales Element der Kosmischen Erziehung. Sie machen abstrakte Zusammenhänge konkret erfahrbar und ermöglichen Lernen mit allen Sinnen.
„Die Hand ist das Werkzeug des Geistes.“
(M. Montessori: Das kreative Kind, 2015)
Mit Hilfe der Montessori-Materialien erschließen sich die Kinder Weltwissen, handelnd, überprüfbar und nachhaltig. Dabei wirken sie als Schlüssel zur Welt – sie öffnen Zugänge zu Ordnung, Struktur und Sinn.
Der Schultag an der MSM
Der Tag beginnt ruhig und ohne Zeitdruck. Die Kinder kommen an, begegnen sich, finden ihren Platzen und stimmen sich auf den Tag ein.
In der Freiarbeit arbeiten die Kinder konzentriert an eigenen Lernvorhaben. Sie wählen Aufgaben, Materialien und Arbeitspartner selbst und erhalten seitens der Lernbegleitungen ihre Darbietungen. Diese lange Arbeitsphase ermöglicht Vertiefung, Ausdauer und echtes Verstehen.
Im gemeinsamen Abschlusskreis wird der Vormittag reflektiert und der kommende Tag in den Blick genommen. Darüber hinaus teilen Kinder ihre Erlebnisse, Ergebnisse und Fragen, hören einander zu und schließen die Lernzeit bewusst ab.
Die Kinder übernehmen Verantwortung für die Gemeinschaft: Sie pflegen Materialien, Räume und Abläufe. Dienste sind ein fester Bestandteil unseres Schulalltags und stärken Selbstwirksamkeit und Zusammenhalt.
Das gemeinsame Mittagessen ist Zeit für Begegnung, Gespräche und Erholung – ein wesentlicher sozialer Baustein des Tages.
Nach dem Mittagessen folgt eine ausgedehnte Bewegungszeit. Die Kinder haben Raum für Spiel, Bewegung und Ausgleich.
An drei Wochentagen wählen sich die Kinder entsprechend ihres Interesses in Nachmittagsangebote ein: kreative, musische sowie bewegungsorientierte Aktivitäten ergänzen den Schulalltag. (z.B. Schülerzeitung, Holzwerkstatt) Auch der Sport- und Schwimmunterricht findet hier statt.
Nachmittags- und Ferienbetreuung an der MSM
Die MSM bietet eine verlässliche Nachmittags- und Ferienbetreuung nach Anmeldung an.
Die Nachmittagsbetreuung findet am Montag und Freitag von 14.00 bis 15.30 Uhr statt. Bei entsprechender Nachfrage zusätzlich täglich von 15.30 bis 17.00 Uhr.
Die Nachmittagszeit ist geprägt von Bewegung, Kreativität, freiem Spiel und gemeinsamen Aktivitäten.
Auch in den Ferien bieten wir eine Betreuung in Kooperation mit der Stadt Marburg an. Das Ferienprogramm orientiert sich an den Interessen der Kinder und ermöglicht abwechslungsreiche gemeinsame Erfahrungen. (z.B. Ausflüge in Museen, Botanische Garten, Theater…)
Stufenstruktur der Jahrgangsmischung
Die MSM arbeitet mit einer klaren Stufenstruktur in altersgemischten Lerngruppen:
Die Lerngruppe 1 (LG1, „Anden" und „Alpen") umfasst die Jahrgänge 1 bis 3, während die Lerngruppe 2 (LG2, „Himalaya" „Rocky Mountains") die Jahrgänge 4 bis 6 inkludiert. Jede Lerngruppe wird von zwei Lernbegleitungen beschult.
Die LG1 und LG2 werden auf einer Etage als Familienlerngruppen organisiert und schaffen damit einen überschaubaren, vertrauten Lernraum mit festen Bezugspersonen über mehrere Jahre hinweg. Diese Kontinuität stärkt Beziehungen, gibt Sicherheit und unterstützt ein Wohlfühlen im Lernen.
Darüber hinaus werden die Lerngruppen zeitweise für gemeinsames Lernen von Jahrgang 1 bis 6 geöffnet, umso den pädagogischen Mehrwert der Jahrgangsmischung zu stärken. So verbinden wir stabile Lernbeziehungen mit vielfältigen Lerngelegenheiten, gegenseitigem Lernen und wachsender Verantwortung.
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